mein neues Leben


31. März 2013

So - zweites Frühstück, weil ich meine Hände aufwärmen muss!

Ich hoffe, dass ich heute große Fortschritte im Garten machen kann - außer Hundeschule um 15.15 Uhr keine anderen Termine!


30. März 2012

Leider etwas trüb heute morgen.

Im Moment wart ich auf den heizungsableser und dann geht es zum Arzt nach Saarbrücken. Sehr gutes Gefühl beim neuen Arzt!

Wieder zu Hause. Davina freut sich riesig! Sie ist ja so brav, auch wenn sie mal alleine bleiben muss.


29. März 2012

Der Tag beginnt wieder mit Sonne, doch leider soll es diese Woche wieder trüberes Wetter geben - also will ich sie heute noch mal ausgiebig genießen. Leider haben die Sonnenstrahlen meinen Garten noch nicht erreicht.


Heute morgen werde ich mal ein Stück Flit essen und den Geschmack von frischer Kruste genießen! Viel kann ich zwar nicht essen, denn ich kann ja nicht kauen und ohne Zunge kann nichts nach hinten geschoben werden, aber alleine der Geschmack macht mich so glücklich!

Alle, die noch ihre Zunge haben und ganz normal essen können, haben sicher Schwierigkeiten, sich das vorzustellen. Auf jeden Fall gibt es in meinem neuen Leben viele Dinge, über die ich mich "wie Bolle" freuen kann!!!!


Nachher werde ich meinen Garten weiter mit Blumen und Pflanzen verschönern.

Danach habe ich einen Termin bei meiner Physiotherapeutin, die mich so gut "bearbeitet", dass sich im Hals- bzw. OP-Bereich schon so vieles gebessert hat, wofür ich ihr sehr dankbar bin!



28. März 2012

Auch heute hat der Morgen wieder mit herrlichem Sonnenschein für mich begonnen.

Ich kann vom Fenster aus beobachten, wie das Elster-Paar sein Nest baut - einfach nur schön!!!


Zu diesem schönen Tag gehört auch ein sehr angenehmes Telefonat mit einem ganz lieben Kameraden aus früheren (Kegel)Zeiten! Er wird mich in den nächsten Tagen besuchen - da freu ich mich riesig drauf!!

 

Gleich geht's zur Logopädie und heute darf Davina mit. Dort sind schon alle gespannt, weil ich schon so vieles von ihr erzählt habe.

 

Danach werde ich im Garten weitermachen - mit kurzer Unterbrechung wegen Frisörtermin.

Heute Abend wird mit Stefan die "Outdoor-Küche" für dieses Jahr eröffnet - lecker Steak (vom Bauern ganz in der Nähe, er hat Highlandrinder) wird gegrillt. Für mich gibt's das dann als Brei ;)

 

Ein wunderschöner Tag geht zu Ende - Davina hat sich wohlgefühlt beim Cabriofahren und auch danach in der Praxis meiner Logopädin, wo sie sehr viel Aufmerksamkeit bekam. Sie darf beim nächsten Mal wieder mitkommen. Ich denke, so verliert sie am meisten ihre Ängste - immer wieder Ungekanntes erleben!

 

So - jetzt wurde die Grillsaison auch bei mir eröffnet!


 

27. März 2012

Mit der Morgensonne aufgestanden, Vorbereitung im Garten, Einkaufen und jetzt wieder im Garten.

Viel Arbeit wartet auf mich. Mal sehen, wie weit ich komme.

 


22. März 2012

Heute geht es mir sehr gut, denn die Lymphdrainage war wieder sehr angenehm. Alles wird immer besser. Für die Narben ist es gut, wenn sie immer sanft massiert werden, damit alles schön weich ist. Damit fange ich morgens bei der Gesichtspflege schon an.

 

Zu Mittag habe ich mir Karotten mit Kartoffeln und Butter gemacht. Alles püriert. Es strengt mich zwar an und dauert auch eine ganze Weile, bis ich mit dem Essen meiner kleinen Portion ferig bin, aber ich genieße es trotzdem. Auf jeden Fall brauche ich nicht, wie noch vor einiger Zeit, nach jedem Löffel nachtrinken. Das ist nur noch zum Abschluzss notwendig.

Dass das alles so gut klappt, verdanke ich einem Gerät, auf dem ich meine Zungenmuskeltätigkeit kontrollieren kann.

 

'MEIN NEUES LEBEN' 

in Tagebuchform dokumentiert ab März 2012

 

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Wichtiges aus dem ersten Jahr nach der OP werde ich demnächst aus dem Gedächtnis aufschreiben...

 

 


 

Am 8. April 2011 fühle ich mich schon so wohl, dass ich im Garten ein bisschen Ordnung schaffe.

Die OP ist jetzt grade mal ca. 2 Monate her!


Chemo und Bestrahlung stehen mir noch bevor...




Als ich nach Hause kam, hatte ich eine Magensonde, um mich zu ernähren. Sprechen durfte ich kein einziges Wort, auch Duschen war nicht erlaubt.
Um überhaupt entlassen zu werden, musste ich der Stationsschwester zeigen, dass ich die Kanüle selber herausnehmen, säubern und wieder einsetzen konnte. Das hat mich einige Überwindung gekostet, schließlich war das ja ein Loch in meinem Hals...
Aber nach mehreren Anläufen packte ich es dann und freudestrahlend habe ich das Stefan sofort per WhattsApp geschrieben.


Ursprünglich bin ich ja am 4. April 1949 geboren, doch nach meiner zweiten Krebs-OP habe ich beschlossen, dass ich diesen OP-Tag (25. Januar 2011) in Zukunft als meinen neuen Geburtstag feiern werde. Denn mit meinem Leben hatte ich eigentlich schon abgeschlossen, bis mir mein Heilpraktiker von einem Bericht in der Sendung "brisant" erzählte. Dort wurde über einen Fall von Zungenkrebs berichtet, der meinem sehr ähnlich war. Die Frau wurde in der Uniklinik Erlangen erfolgreich operiert, konnte wieder essen, trinken und sprechen.

Bis zu diesem Zeitpunkt war mir in verschiedenen saarländischen Kliniken immer gesagt worden, dass ich nach einer erneuten Zungen-OP für mein weiteres Leben auf eine Kanüle und Magensonde angewiesen wäre. Außerdem sollte die OP von außen durchgeführt werden, d.h. Schnitte im Mundbereich von rechts nach links und von oben nach unten bzw. umgekehrt. Mir wurde das ganz deutlich so gesagt!

Durch die OP-Narben wäre ich dann sicherlich im Gesicht entstellt gewesen (meine Vermutung), das wollte ich auf KEINEN Fall - ein lebenswertes Leben stelle ich mir anders vor! Deshalb habe ich mich dann entschlossen, mich NICHT operieren zu lassen.

Bis zu diesem besagten Tag, als mir mein Heilpraktiker von dem Bericht im TV erzählte...

Das war für mich ein Zeichen, dass es evtl. doch noch eine Möglichkeit gibt, ein normales Leben nach der OP zu führen. Zu diesem Zeitpunkt stand ich schon sehr unter Schmerzmitteln, die mir von meinem Hausarzt verordnet wurden, denn ich hatte große Schmerzen. Der Tumor war in der Zwischenzeit rasend schnell gewachsen und mittlerweile war zwischen Gaumen und Zunge nicht mehr viel Platz. Aus dieser Zeit weiß ich auch nicht mehr viel.

Stefan setzte alles daran, sofort einen Termin für mich in der HNO-Klinik in Erlangen zu machen, um mich dort den Ärzten vorzustellen und deren Meinung einzuholen. Es gelang ihm, einen Termin in den nächsten drei Wochen zu vereinbaren. Mir ging es immer schlechter und hatte fürchterliche Schmerzen. Dies weiß ich nur von Stefan, denn mir fehlt jede Erinnerung an diese Zeit. Manchmal vergaß ich aber, meine Schmerztropfen zu der vorgegebenen Zeit einzunehmen und ich schrie dann um Hilfe - manchmal musste ich Stefan sogar auf seiner Arbeitsstelle anrufen.

Da es mir immer schlechter ging, versuchte Stefan, den Termin in Erlangen auf einen früheren Zeitpunkt zu verlegen und er hatte Glück, wir durften schon früher kommen. 


Die Fahrt in die HNO-Klinik nach Erlangen war für mich kaum zu ertragen, solche Schmerzen hatte ich!

 

Der Arzt, der uns empfing, versicherte mir, dass ich auf keinen Fall bei der OP verstümmelt würde - denn danach hatte ich ihn als allererstes gefragt! Er riet mir aber, falls ich mich für eine OP entscheiden würde, den Termin so schnell wie möglich zu machen, denn viel Zeit würde mir nicht mehr bleiben - mir drohte ein Erstickungstod!

Bei der Aussicht auf ein Leben ohne Verstümmelung, ohne ständige Magensonde und ohne Verlust meiner Stimme, war ich sofort bereit zu einer weiteren OP.


Meine erste OP war ja schon im März 2010 - in Homburg (Gesichts-Chirurgie) - und zwar sollte bei mir ein weißer Belag unter meiner Zunge entfernt werden, ganz harmlos! Während dieser OP wurde dann der Krebs entdeckt (mini-mini-klein) und ohne mit mir vorher darüber zu reden, entfernt. Mir wurde später gesagt, dass der kleine Knoten mit ausreichend umgebendem Gewebe entfernt worden sei. 

In den folgenden Monaten nahm ich alle Nachsorgeuntersuchungen wahr. Einmal musste nachgeschnitten werden, was ich auf eigenen Wunsch bei örtlicher Betäubung machen ließ.


Im Sommer 2010 entdeckte ich dann einen Knoten auf der Zunge, der fühl- und sichtbar war...